Ein Dank

Ein Gedanke. Begleitet mich seit einigen Tagen. Ein Restposten. Ein kleines Geschenk. Ihr wart gut zu mir. Habt an meinen Geburtstag gedacht. Habt mich begleitet und unterstützt. Habt nach meinem Befinden gefragt und habt mich besucht. Ihr habt mir zugehört und mir Rat gegeben. Ihr seid so viele, die ich ungewürdigt zurückgelassen habe und die es verdient hätten genannt zu werden. Darum will ich mich auf den Weg begeben und mich euch zuwenden. Ihr alle, die mich durch das Jahr begleitet habt.

Das Zuhause, das mir Obdach gewährt, wo ich mich abends zum Schlafen niederlege und der Kühlschrank stets gut gefüllt darauf wartet, dass ich das großartige Angebot wahrnehme und mich ans Kochen mache. Warmes Wasser habe ich zum Waschen und die Spühlung unseres Klos funktioniert einwandfrei. Meine Mitbewohner*innen begegnen mir stets liebevoll und aufmerksam, unterstützen mich wo immer mir der Antrieb fehlt und die Kraft, die vielfachen Aufgaben zu erledigen. Meine Hausgenoss*innen sind stets bereit mit mir Eier, Milch und Mehl zu teilen, wenn ich danach fragen sollte, sogar Fahrräder und Autos werden mir großzügig zum Gebrauch angeboten. Bisweilen fegt sogar ein anderer vor meiner Haustür ohne dass ich darum gebeten hätte.

Die Kinder sind mir eine wahre Freude. Auch haben sie zum Teil das Haus verlassen, so kehren sie doch von ihren Reisen immer mal wieder zurück und machen Station hier. Sie bringen mir Geschichten mit aus der großen weiten Welt und neue Freunde finden den Weg in unser Haus. Die Partnerin steht mir noch immer an der Seite auch wenn ich mich gehen gelassen habe oder verstockt bin, wenn ich schnarche und meine Wäsche überall liegen lasse. Und was sind mir doch die Eltern und meine Geschwister für ein Segen – dass sie überhaupt noch da sind und sich nicht schon lange aus dem Staub gemacht haben oder vom Winde verstreut wurden. In der Regel weiß ich stets, wo ich sie finden könnte, wenn ich sie bräuchte. Allesamt sind sie da und stehen für die gemeinsame Sache, die Cousinen und Cousins, die angeheirateten Partner*innen und deren Kinder. Geschlossen könnten wir Welten bewegen, wenn wir danach trachteten.

Große Freude kommt auf, wenn Besucher*innen bei uns zu Gast sind, einen Abend mit uns verbringen oder auch über Nacht bleiben. Danke, dass ihr in unseren Betten schlaft, dass ihr bereit seid mit unter unser Dach zu schlüpfen. Danke auch für die Geschichten und Abenteuer, die ihr mit mir teilt und die ein oder andere Flasche Wein, die ihr bei uns zurückgelassen und sicher bald vergessen habt.

Und dann treten wir vor die Tür und werden gegrüßt von den Nachbar*innen, die ganzen Leute, jung und alt in unserem Dorf, die freundlich Grüßen und uns einen guten Tag wünschen. Wenn wir durch das Viertel spazieren, dann begegnen wir uns über Gartenzäune hinweg und ihr winkt uns zu vom Küchenfenster oder aus dem verbeifahrenden Wagen. Habt Dank für die Einladung und den gemeinsamen Abend in eurem Garten, für die Fleischspieße und Frühlingsrollen, den Hirsesalat und die Sushi. Wir können euch gar nicht gebührend und ergiebig erwidern, wie freizügig wir wieder eure Offenheit erfahren haben. Gut gerüstet treten wir hinaus in die weitere Welt und wollen selbst einmal ein bisschen die Fremde entdecken, nachdem wir eure Berichte angehört haben in denen ihr von sonnengefluteten Stränden schwärmt und wohin die günstigsten Flüge gehen.

Tatsache, auch andernorts begegnen uns Menschen in großer Offenheit und Gutmütigkeit, nehmen uns auf und bereiten uns Essen. Die Grenzen stehen uns offen und wir sind willkommen. Unsere Haar- und Hautfarbe wird uns nicht zum Verhängnis. Der Schaffner erledigt pflichtbewußt und respektvoll seine Arbeit, die Kellnerin schätzt sich glücklich über den Gast. Wir danken, wo wir können, mit Barem und mit einem Lächeln. Und an dieser Stelle nochmal in Erwiderung der allgemeinen Gastfreundschaft mein Dank auch an all diejenigen, die wir nicht zu Gesicht bekommen haben und die ganz unscheinbar im Hintergrund dafür sorgen, dass uns gedient wird und überall die Technik funktioniert, die Handtücher ersetzt und die Straßen gereinigt werden. Ihr seid alle gut zu uns gewesen und wir würden gerne wieder zurückkehren.

Die meisten Stunden jedoch verbinge ich mit den Kolleginnen und Kollegen, denen mein ganz besonderer Dank gilt. Sie halten mich auf der Bahn, informieren mich stets über aktuelle Entwicklungen, wissen was zu tun ist, wenn ich nur noch Fragen habe. So darf ich Lernen, was hinter Scrum steckt und wie ich in der World of VUCA bestehe. Irgendwer wird mich sicher auch rechtzeitig einführen in die Welt des E-Learning und der MOOCs, der rasant um sich greifenenden Digitalisierung unserer Arbeitswelt und wie ich nicht nur mobil bleibe sondern auch noch agil. Danke für das kreative Umfeld, dass ihr mir bietet und die Inspiration, die doch stets von allen Koleginnen und Kollegen ausgeht. Die Freude und gute Laune springt uns tatsächlich schon vom Vorstand aus an und mündet direkt in ein großformatiges WIR. Für all die Zeit, die ihr mir geschenkt habt und dir mir noch versprochen wurde, danke ich von ganzem Herzen.

Nicht zu vergessen die Behörden und die öffentliche Verwaltung, die sich doch von Jahr zu Jahr mit stets größerer Zugewandtheit mir dem Kunden gegenüber präsentiert. Die Liebe zu den Menschen drückt sich aus in einer großen Wertschätzung jedem einzelnen gegenüber und so hatte ich die Gelegenheit diese Dienstleistung zu erfahren. Möge sich unsere Freundschaft bewähren und wachsen. Ich will mir einen kleinen Vorschuß des Lobes und Dankes nicht verkneifen.

Um diesen Exkurs abzurunden fehlen noch zwei Ansprachen: Die erste gilt all jenen langjährigen Freunden, die stets wieder eine Gelegenheit finden, die Verbindung aufrecht zu erhalten. Sei es die Koinzidenz der Gedanken, sei es eine Karte oder ein Gruss über Dritte, sei es eine Erinnerung oder ein Flüstern des Windes. Ich nehme euch wahr, spühre euer Vorbeihuschen und will euch nicht aufhalten. Ich bleibe euch verbunden und danke euch für die vielen kleinen Botschaften.

Und schließlich will ich an die Essentials erinnern. Ihr habt daran Teil, denn ihr seid die Guten. Eure Gnade und Demut trägt mich und stimmt mich heiter: Gesundheit, Wohlstand und das Sein als solches.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s